Als ich vor einigen Jahren Deutschland, Österreich und die Schweiz bereiste, war ich immer wieder beeindruckt von der Ernsthaftigkeit der Einheimischen.

Eine Wiener Hausfrau verbrachte einen halben Nachmittag damit, ein Tellerset auszusuchen und sagte: „Es macht einen Unterschied, wenn man es jeden Tag zum Salatservieren benutzt.“ Ein Tischler in den Schweizer Bergen bestand darauf, Holzlöffel von Hand zu polieren und meinte: „Maschinen können nicht die Rundung herstellen, die in die Handfläche passt.“ Als ein Freund in Berlin umzog, packten sie als Erstes seine alte Schreibtischlampe ein – „Als ich in Deutschland ankam, hat sie mir geholfen, unzählige lange Arbeitsnächte zu überstehen.“ Diese kleinen Momente verschmolzen allmählich zu einem einzigen Gedanken: Warum nicht eine Einrichtungsmarke gründen, die „das Leben versteht“? Auf auffällige Designs und teure Materialien verzichten und stattdessen Funktionalität und Wärme in jedes kleine Teil einfließen lassen.

In Phansius erstem Monat haben wir in unserem kleinen Münchner Studio acht Entwürfe für eine Tasse durchgearbeitet.

Entwürfe für eine Tasse durchgearbeitet. Bei den ersten Entwürfen hatte ich immer das Gefühl, dass etwas fehlte, bis ich eines Morgens einen Kollegen sah, der Kaffee aus der Tasse in seinen Händen trank. Wie sich herausstellte, kann ein Millimeter Unterschied in der Krümmung des Henkels einen großen Unterschied darin machen, wie gut die Tasse in der Handfläche liegt. Von da an legten wir eine Regel fest: Jedes Produkt musste „den Test unseres eigenen Lebens bestehen“ – eine hölzerne Aufbewahrungsbox musste in eine gängige Schöpfkelle einer Berliner Wohnung passen, eine Keramikschüssel musste mehrere Spülmaschinengänge einer Wiener Hausfrau überstehen und sogar eine Tischdecke musste beweisen, dass sie heißes Brot halten konnte, ohne sich die Hände zu verbrennen, und den Tisch abwischen konnte, ohne Flecken zu hinterlassen, bevor wir sie in Massenproduktion gehen konnten.

Letzten Winter erhielten wir eine E-Mail von einer Nutzerin aus Hamburg:

Ihr Phansiu-Frühstücksteller sei zum „meistgenutzten Gegenstand“ in ihrem Zuhause geworden – morgens serviere er das Müsli ihrer Kinder, mittags die Brotdose ihres Mannes und abends Obst, während sie mit ihrer Familie auf dem Sofa einen Film schaue. „Jedes Mal, wenn ich die feinen Linien am Tellerrand sehe, werde ich an die sogenannten ‚Zeugen des Lebens‘ erinnert und merke plötzlich, wie kostbar selbst ganz normale Tage sind.“ In diesem Moment spürte ich plötzlich, dass all mein Durchhaltevermögen einen Sinn hatte. Bei Phansiu ging es nie darum, „Dinge zu verkaufen“, sondern vielmehr darum, eine Überzeugung zu vermitteln: Die Schönheit des Lebens findet sich nicht in fernen Landschaften, sondern in der Tasse, dem Löffel und der Tischdecke, die man täglich benutzt.

Heute ist Phansiu klein und kompakt geblieben: keine riesige Produktionslinie, sondern ein Team aus Designern und Handwerkern in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Wir streben nicht nach explodierenden Umsätzen, sondern hoffen einfach, dass jedes Produkt einen Kunden findet, der es wirklich versteht. Wie die alte Bäckerei an einer Münchner Straßenecke, die keine ausgefallenen Desserts herstellt, sondern Passanten morgens mit einem warmen Brot wärmt, möchten wir, dass jedes Phansiu-Möbel Sie durch alle Jahreszeiten begleitet: eine Tasse heißen Kaffee am Morgen, eine Schüssel heiße Suppe am Abend, eine kleine Lampe mitten in der Nacht.

Weil wir fest davon überzeugt sind, dass gute Wohnmöbel für sich selbst sprechen und Sie an die schönen Momente zu Hause erinnern.